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Der Weg aus der Überschuldung

Seit 1999 können Menschen in Deutschland für sich das Verbraucherinsolvenzverfahren in Anspruch nehmen. Es steht den Menschen offen, die ihre Schulden aus eigener Kraft nicht mehr begleichen können. Auch ehemals selbstständige Personen besitzen die Voraussetzung für ein Verbraucherinsolvenzverfahren, wenn sie keine Verbindlichkeiten mehr aus Beschäftigungsverhältnissen und weniger als 20 Gläubiger haben.

Gläubigern steht es frei, auf der Basis rechtskräftiger Urteile und Vollstreckungsbescheide grundsätzlich 30 Jahre lang die Zwangsvollstreckung zu verfolgen, das heißt, ihre Geldforderungen einzutreiben. Durch ein Verbraucherinsolvenzverfahren, an das das sechsjährige Restschuldbefreiungsverfahren - auch Wohlverhaltens- oder Treuhandphase genannt - anschließt, erhalten überschuldete Menschen möglicherweise gegen den Willen ihrer Gläubiger die Chance zu einem wirtschaftlichem Neuanfang, in dem ein Gericht sie von ihren Schulden befreit.

Die Insolvenzordnung schreibt vor, dass vor der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bei Gericht zwingend ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit allen Gläubigern der insolventen Person durchzuführen ist. Gelingt der Versuch, bedarf es keines zeit- und kostenaufwendigen Insolvenzverfahrens mehr mit einem sich anschließenden Restschuldbefreiungsverfahren.

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© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz