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Wie verhalte ich mich vor Aufnahme eines Verbraucherkredits richtig?

Bevor eine Privatperson einen Kredit aufnimmt, ist die Überprüfung der eigenen finanziellen Situation unabdingbar. Die entscheidenden Fragen hierfür sind:

  • Von welchen laufenden Einnahmen in welcher Höhe kann über den Kreditzeitraum ausgegangen werden? Gibt es ausreichendes Vermögen als Sicherheit im Falle des Ausfalls laufender Einnahmen durch zum Beispiel Arbeitslosigkeit oder Krankheit?
  • Welche laufenden Ausgaben fallen monatlich regelmäßig an?
  • Welche monatliche Mehrbelastung durch die Abzahlung des Kredites kann ich mir, kann sich meine Familie leisten?
  • Welche Kreditsumme wird benötigt und ist angemessen?
  • Wie lange möchte ich abzahlen?
  • Welche Kosten entstehen im Zusammenhang mit der Kreditaufnahme?
  • Wie hoch ist derzeit das Zinsniveau (effektiver Jahreszins)?
  • Welche Kreditanbieter sind seriös, welche unseriös?

Sind diese Fragen geklärt, erfolgen weitere Klärungen. Der effektive Jahreszins sollte bei den verschiedenen Kreditinstituten verglichen werden, denn die eigene Hausbank hat nicht immer die günstigsten Konditionen. Beim Vergleich der Kosten im Zusammenhang mit der Kreditaufnahme sind auch die Bearbeitungs- und gegebenenfalls weitere Gebühren, die die Kreditinstitute verlangen, in den Blick zu nehmen. Diese liegen bei circa zwei Prozent der Netto-Kreditsumme. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die monatlichen Raten desto länger die Laufzeit und dementsprechend teurer wird der Kredit. Bei einer Verbraucherkreditvergabe werden häufig auch zusätzliche und überflüssige Versicherungsverträge angeboten. So wird nicht selten der Abschluss einer Restschuldversicherung für den Fall des Zahlungsausfalls des Kreditnehmers im Fall von Tod, Krankheit oder unverschuldeter Arbeitslosigkeit verlangt. Wird der Abschluss des Kreditvertrages vom Abschluss einer solchen Restschuldversicherung abhängig gemacht, müssen diese Kosten in die Berechnung des effektiven Jahreszinses einfließen.

Nach Unterzeichnung des Kreditvertrages besteht ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Sollten nach Vertragsabschluss Zweifel auftreten oder Vertragsbestandteile anders als gewollt im Vertrag aufgeführt sein, kann der Vertrag schriftlich widerrufen werden.

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© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz