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Anbieterwahl und Preisvergleich

Kurz vor der Jahrtausendwende erfolgte in Deutschland die Liberalisierung des Strommarktes. Seitdem ist die Zahl der Stromanbieter deutlich gestiegen. Dabei gibt es Anbieter, die eigenen Strom produzieren und verkaufen und solche, die Strom am Strommarkt »einkaufen« und an Endkunden weiterverkaufen. Zudem gibt es an jedem Ort einen sogenannten Grundversorger, der immer dann für die Stromlieferung- und Abrechnung zuständig ist, wenn man Strom aus dem Netz entnimmt, ohne einen speziellen Anbieter beauftragt zu haben. Auch wenn ein Stromanbieter nicht mehr liefern kann – wie bei der Insolvenz von Teldafax – übernimmt gemäß gesetzlicher Verpflichtung der Grundversorger die Belieferung des Kunden.

Der Verbraucher hat in der Regel mit der Liberalisierung des Strommarktes nun die Möglichkeit, entweder den Grundversorger mit der Lieferung zu beauftragen oder mit einem anderen Stromanbieter einen Vertrag zu schließen. Dabei sind meist neben dem reinen Strompreis auch andere Dinge von Relevanz. Gibt es am Ort einen Ansprechpartner, ein Büro, bei dem man Fragen klären kann? Oder gibt es nur ein Call-Center? Wird Vorkasse verlangt? Bietet der Anbieter Atomstrom oder spezielle Ökostromtarife? All dies beeinflusst die Entscheidung für einen Anbieter.

Die Strompreise setzen sich dabei aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammen, die erst zusammengerechnet den Gesamtpreis ergeben, der Vergleichbarkeit schafft. Zu den Kostenbestandteilen gehören Steuern und Abgaben ebenso wie die Kosten für Erzeugung und Bezug sowie das Entgelt für das Stromnetz, Verbrauchserfassung und Abrechnung - und natürlich den Gewinnaufschlag des jeweiligen Unternehmens. Immer wichtiger für den Gesamtpreis wird die sogenannte EEG-Umlage, mit der die Kosten für den Ausbau Erneuerbarer Energien (EEG) und der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG) auf die Verbraucher umgelegt werden.

Bei den meisten Angeboten für Verbraucher werden die einzelnen Preisbestandteile aber nicht in einem Preis - zum Beispiel Cent je Kilowattstunde (Ct/kWh) - ausgewiesen. Vielmehr verlangen die Anbieter meist einen verbrauchsunabhängigen Grundpreis in Euro pro Monat oder Jahr und einen Verbrauchs- oder Arbeitspreis in Cent pro Kilowattstunde. Bei manchen Unternehmen wird der Grundpreis noch in einen Leistungs- und einen Verrechnungspreis aufgeteilt.

Wichtig für die Verbraucher ist es dabei, immer nur Bruttopreise miteinander zu vergleichen, in denen Stromsteuer, aktuelle Mehrwertsteuer, alle Abgaben und sonstigen Preisbestandteile schon enthalten sind. Auch gilt es bei den einzelnen Anbietern die verschiedenen Tarifmodelle genau durchzurechnen. Je höher der Verbrauch, desto wesentlicher wird der Verbrauchspreis. Je geringer der Verbrauch, desto wesentlicher ist der Grundpreis. Hier hilft es nur, Vergleichbarkeit herzustellen, indem mit dem Stromverbrauch des letzten Abrechnungszeitraumes die verschiedenen Tarifmodelle der neuen Anbieter – oder auch des bereits existierenden Anbieters – durchgerechnet werden.

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