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Obst und Gemüse

Neben Obst und Gemüse und den verschiedenen Erzeugnissen daraus spielen auch Nüsse, Ölsamen, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Kartoffelprodukte, Konfitüren und Marmeladen, Pilze und Pilzerzeugnisse, Suppen, Fertiggerichte sowie Gewürze und Würzmittel eine wesentliche Rolle in der Ernährung und werden auf ihre Beschaffenheit und hinsichtlich der Kennzeichnung untersucht und beurteilt. Als Grundlagen für die Beurteilung werden sowohl EG-Verordnungen als auch spezielle nationale Produktverordnungen sowie Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches und Herstellerrichtlinien herangezogen.

Frisches Obst und Gemüse wird dabei vorrangig auf Pflanzenschutzmittel untersucht. Rückstände oberhalb der festgesetzten Höchstgehalte werden jedoch nur selten festgestellt. Bei Gemüse ist - neben der Untersuchung auf Pflanzenschutzmittel - als ein weiterer Schwerpunkt die Untersuchung auf Nitrat zu nennen. Gemüse ist dabei die Hauptquelle für die Aufnahme von Nitrat durch den Menschen. Erhöhte Nitratgehalte können zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Menschen führen (Reduktion des Nitrats zu Nitrit, dadurch Behinderung des Sauerstofftransportes im Blut sowie erhöhtes Risiko für die Entstehung von krebserregenden Nitrosaminen). Der Wissenschaftliche Ausschuss für Lebensmittel erklärte jedoch 1995 in einer Stellungnahme, dass die Gesamtaufnahme von Nitrat in der Regel deutlich unter der tolerierbaren täglichen Aufnahme (Acceptable Daily Intake - ADI) von 3,65 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht liegt. Zur Verringerung der Nitratexposition durch Lebensmittel wurden jedoch gemeinschaftsweit geltende Höchstgehalte für Nitrat in Kopfsalat, Eisbergsalat, Rucola und Spinat (frisch und haltbar gemacht) festgelegt, deren Einhaltung in diesem Fachgebiet ständig zu überprüfen ist.

Bei frischen Pilzen wird die Rückstandssituation anhand der Untersuchungen auf Schwermetalle und Pflanzenschutzmittel überprüft. Wildpilze, vorrangig aus dem osteuropäischen Raum, werden auf Kontamination mit radioaktivem Cäsium untersucht.

Kartoffeln und Kartoffelerzeugnisse werden schwerpunktmäßig auf Schwefeldioxid (SO2) geprüft, da Schwefeldioxid und Sulfite häufig zur Verhinderung von unerwünschten Braunfärbungen eingesetzt werden, wobei die Einhaltung bestimmter Höchstmengen gewährleistet sein muss.

Eine wesentliche Aufgabe ist außerdem die Untersuchung von Fertiggerichten. Hier ist besonders die mikrobiologische Beschaffenheit insbesondere von Essenproben aus dem Bereich Imbiss, Gaststätten und Gemeinschaftsverpflegung zu prüfen. Neben der mikrobiellen Beschaffenheit spielt die Kenntlichmachung der verwendeten Zusatzstoffe eine dominierende Rolle. Der Verbraucher muss über die Verwendung von Zusatzstoffen auch in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen durch eindeutige Kennzeichnung informiert werden.

Gewürze werden vor allem auf Rückstände von Pestiziden und Mykotoxine sowie auf mögliche Verfälschungen untersucht. Die stetig steigenden Weltmarktpreise für Gewürze verleiten manchen Hersteller dazu, die teuren Rohstoffe durch Beimengungen von minderwertigen Produkten zu strecken. Auch der mikrobiologische Status ist zu prüfen, da über Gewürze auch pathogene Keime in Lebensmittel eingetragen werden können.

Auch bei Schalenobst und bei Trockenfrüchten ist die Untersuchung auf Mykotoxine ein Schwerpunkt. Besonders anfällig sind hier Pistazien, Paranüsse, Erdnüsse und getrocknete Feigen. Trockenfrüchte sind allerdings auch in anderer Hinsicht auffällig: Bei vielen Proben werden tote oder lebende Maden, Schimmel, Exkremente von Maden oder Fraßstellen vorgefunden.

Konfitüren, Gelees und Marmeladen sind insbesondere hinsichtlich ihrer Beschaffenheit und Kennzeichnung zu prüfen. Die Nichteinhaltung spezieller Vorgaben der Konfitürenverordnung ist häufig Ursache von Beanstandungen, so werden zum Beispiel  Erzeugnisse als Marmeladen in den Verkehr gebracht, obwohl laut Konfitürenverordnung diese Bezeichnung nur für entsprechende Produkte aus Zitrusfrüchten vorgesehen ist. Hierbei ist der Trend festzustellen, dass überwiegend kleingewerblich hergestellte Konfitüren, Gelees und Fruchtaufstriche zu beanstanden sind. Bei diesen Herstellern existiert oftmals eine gewisse Unkenntnis über die Beschaffenheits- und Kennzeichnungsanforderungen für die jeweiligen Produkte.

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