1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Diätetische Lebensmittel

Diätetische Lebensmittel sind für die besondere Ernährung bestimmter Personengruppen bestimmt, um deren spezifische Ernährungserfordernisse zu befriedigen. Sie müssen sich für diesen Verwendungszweck eignen und mit einem Hinweis darauf in den Verkehr gebracht werden. Aufgrund ihrer Zusammensetzung oder ihrer Herstellung unterscheiden sie sich von Lebensmitteln des Normalsortiments.

Folgende Personengruppen bedürfen einer besonderen Ernährung:

  • Personen mit Stoffwechselstörungen beziehungsweise einer Störung des Verdauungs- oder Resorptionsprozesses (zum Beispiel bei Zöliakie, Gicht, Störungen im Eiweiß- beziehungsweise Aminosäurestoffwechsel)
  • Personen, die sich in besonderen physiologischen Umständen befinden (zum Beispiel Schwangere/Stillende, Leistungssportler, stark Übergewichtige)
  • gesunde Säuglinge und Kleinkinder

Die Anforderungen an die Zusammensetzung und Kennzeichnung diätetischer Lebensmittel sind in der Diät-Verordnung geregelt, die auf diversen EU-Verordnungen und –Richtlinien beruht.

Derzeit werden acht Gruppen von diätetischen Lebensmitteln benannt. Dies sind:

  • Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung
  • Getreidebeikost und sonstige Beikost für Säuglinge und Kleinkinder
  • Lebensmittel mit niedrigem oder reduziertem Brennwert zur Gewichtsüberwachung
  • Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (Bilanzierte Diäten)
  • Natriumarme Lebensmittel einschließlich Diätsalz
  • Glutenfreie Lebensmittel
  • Lebensmittel für intensive Muskelanstrengungen, vor allem für Sportler
  • Lebensmittel für Personen, die unter einer Störung des Glukosestoffwechsels leiden (Diabetiker)

Die Gruppe der Diabetiker-Lebensmittel wurde 2012 aus der Diätverordnung gestrichen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sollten sich Diabetiker nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung »gesund« ernähren und dabei auf Lebensmittel des Normalsortiments zurückgreifen. Spezielle Diabetiker-Lebensmittel, bei denen Zucker (Saccharose) durch Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe ersetzt wird, sind entbehrlich.

Säuglingsanfangsnahrungen und bilanzierte Diäten müssen vor dem Inverkehrbringen beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz angezeigt werden. Das trifft auch auf diätetische Lebensmittel zu, die keiner der oben genannten Gruppen zugeordnet werden können. Die letztgenannten Erzeugnisse werden darüber hinaus vor dem Inverkehrbringen auf ihre Diäteignung überprüft. Erst wenn diese bestätigt wird, dürfen die Erzeugnisse in den Verkehr gebracht werden. Die zusätzliche »Einzelfallprüfung« ist notwendig, da für diätetische Lebensmittel, die keiner Diätgruppe zugeordnet werden können, keine allgemeinen Anforderungen an die Zusammensetzung beschrieben sind.

Die Überwachung und Kontrolle diätetischer Lebensmittel ist vor allem deshalb von herausragender Bedeutung, weil sie überwiegend für einen sehr sensiblen und empfindlichen Verbraucherkreis hergestellt werden (Säuglinge und Kleinkinder, Kranke), der auf die normgerechte Zusammensetzung der Lebensmittel angewiesen ist. Besonders augenfällig ist dies bei Säuglingsanfangs- und Folgenahrung sowie bei vollständigen bilanzierten Diäten, da diese Produkte die alleinige Nahrung für den Nutzer darstellen. Aber auch die fehlerhafte Zusammensetzung anderer diätetischer Lebensmittel kann bei den jeweiligen Diätbedürftigen zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Im Mittelpunkt der analytischen Untersuchungen steht die Kontrolle der Vitamin- und Mineralstoffgehalte, der Gehalte an den Grundnährstoffen Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate sowie der Gehalte an spezifischen Inhaltsstoffen (Aminosäuren, essentielle Fettsäuren, Ballaststoffe). Speziell bei Säuglings- und Kleinkindnahrung spielen auch Untersuchungen auf unerwünschte Stoffe (zum Beispiel Pflanzenschutzmittel-Rückstände, Mykotoxine, Schwermetalle, Nitrat und Nitrit) eine wichtige Rolle.

Marginalspalte

© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz