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Telefonwerbung

Was gibt es Schöneres, als den netten Anruf eines ungebetenen Anrufers, der wechselweise Zeitungen, Gewinnspiele oder Kredite verkaufen will? Dem man nie die Erlaubnis gegeben hat anzurufen? Wo man sich sowieso fragt, woher er die Telefonnummer hat.

Handelt es sich bei dem Werbeanrufe um einen sogenannten »ungebetenen Anruf« stellt dieser nach Paragraf 7 Abs. 2 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) eine unzumutbare Belästigung des Verbrauchers dar - und ist untersagt!

Eine Einwilligung des Verbrauchers zu Werbeanrufen liegt vor, wenn der Verbraucher ausdrücklich darum gebeten hat. Wer jedoch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Verträgen nur oberflächlich gelesen hat, dem können die vorformulierten Klauseln entgangen sein, nach denen sich der Verbraucher mit Werbeanrufen einverstanden erklärt. Sollen diese Anrufe unterbleiben, ist es ratsam, den entsprechenden Passus vor Unterzeichnung des Vertrages zu streichen. Ist dies unterblieben, ist die Klausel meist doch unwirksam, da es sich um eine vorgefertigte Einwilligungserklärung und nicht um ein aktives Einwilligen handelt.

Ruft ein Unternehmen an und unterdrückt die Rufnummer ist dies ebenfalls ein unzulässiges Verhalten. Bestenfalls erkundigt man sich beim Anrufer in wessen Namen er anruft und lässt sich Telefonnummer, Namen und den Grund des Anrufes geben. Denn nur mit diesen Informationen kann der Verbraucher das Unternehmen bei der Verbraucherzentrale melden oder bei der Bundesnetzagentur anzeigen. Dazu wird es aber in den wenigsten Fällen kommen. Allein durch Nachfragen erreicht der Verbraucher, dass die Anrufer das Gespräch beenden, da sie sich über die Folgen durchaus bewusst sind.

Eine andere Form der Telefonwerbung ist die sogenannte Nachfasswerbung. Sie tritt meist dann auf, wenn der Verbraucher ein Abonnement gekündigt hat. In diesen Fällen erhält er nicht selten einen Anruf und wird zunächst mit Fragen allgemeiner Natur belästigt. Ohne erkennbaren Übergang wird dann für eine neue Zeitschrift geworben, meist verbunden mit Werbegeschenken oder Preisnachlässen. Auch diese Art der Werbung nach gekündigten Verträgen ist unzulässig.

Was kann der Verbraucher aber nun tut, wenn er ungewollt einen Vertrag am Telefon geschlossen hat? Er kann den Vertrag nach den Vorschriften über Fernabsatzverträge widerrufen. Über die Möglichkeit des Widerrufs muss Sie das Unternehmen in Textform informieren. Ab Erhalt der Widerrufsbelehrung beträgt die Frist für den Widerruf zwei Wochen. Erfolgt die Belehrung nach Vertragsschluss, beträgt die Widerrufsfrist einen Monat. Die Widerrufsmöglichkeit besteht ausdrücklich auch für telefonisch abgeschlossene Verträge über Zeitungen, Zeitschriften, Illustrierte sowie bei Verträgen über Wett- und Lotteriedienstleistungen.

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