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Wie zahle ich richtig?

Barzahlung

Die Barzahlung ist die älteste Bezahlform. Doch oft ist sie nicht praktikabel. Ihre Bedeutung hat deshalb abgenommen. Die Annahme von Bargeld kann auch eingeschränkt werden, zum Beispiel auf bestimmte Beträge, Scheine oder Münzen. Händler müssen Münzen maximal bis zu 50 Stück annehmen, bei Euro-Gedenkmünzen liegt der Annahmebetrag pro Zahlung bei 100 Euro. Bekannt ist auch die Praxis – etwa an Tankstellen – 200 Euro- und 500 Euro-Scheine nicht anzunehmen. Das ist zulässig.

Geldscheine können zudem beschädigt werden. Bei Vorlage eines Scheines, der noch mindestens zur Hälfte erhalten ist, ist die Bundesbank zum kostenlosen Ersatz verpflichtet. Leicht beschädigte Noten werden auch durch private Banken und Sparkassen ersetzt. Bargeldverluste wiederum werden nicht erstattet, weshalb sich auch nicht zu viel Bares in der Geldbörse befinden sollte.

Überweisung

Die Bank wird bei einer Überweisung vom Kunden beauftragt, einen bestimmten Geldbetrag auf ein bezeichnetes Empfängerkonto zu übertragen. Nach Zugang der Weisung beim Kreditinstitut besteht kein Anspruch mehr auf Widerruf. Gefälschte Überweisungen sind dagegen unwirksam und gehen zu Lasten der Bank. Bei der Ausführung ist für das Kreditinstitut nur noch die angegebene Kontonummer maßgeblich. Ein Abgleich mit dem Empfängernamen muss nicht mehr stattfinden. Verschreibt sich der Zahler, geht das zu seinen Lasten. Deshalb sollte vor Abgabe des Überweisungsformulars immer noch einmal die Richtigkeit der Kontonummer überprüft werden. Passiert dennoch ein Fehler, soll die Bank dem Betroffenen helfen, den falschen Adressaten ausfindig zu machen. Die Geldschuld ist getilgt, wenn der Betrag auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben wurde. Hinsichtlich der Rechtzeitigkeit der Zahlung sind per Gesetz Ausführungsfristen festgelegt. Seit 2012 sind Überweisungen von einem auf den anderen Tag abzuwickeln. Die Zahlung gilt aus Sicht desjenigen, der überweisen muss, als rechtzeitig, wenn er unter Berücksichtigung der Fristen den Überweisungsauftrag ordnungsgemäß erteilt hat und sein Konto ausreichend gedeckt ist.

Beachten Sie: Das alte Überweisungsverfahren wird am 1. August 2014 von dem neuen SEPA-Verfahren abgelöst. Bis zum 31. Januar 2016 jedoch besteht für Verbraucher die Möglichkeit, Finanztransaktionen nach dem bisherigen System vorzunehmen. Die Banken sind dann verpflichtet, die Konversion auf SEPA-Standards durchzuführen.

Dauerauftrag

Der Dauerauftrag wird im privaten Bereich zur Begleichung gleichbleibender, regelmäßig wiederkehrender Forderungen wie Miete oder Unterhalt genutzt. Der Kunde erteilt den Dauerauftrag seinem kontoführenden Kreditinstitut. Dieses sorgt dann für die rechtzeitige Zahlungsausführung. Zu diesem Zweck wird in der Regel ein fester Ausführungstermin, zum Beispiel der 15. des Monats, festgelegt. Einzelne Banken und Sparkassen nehmen ein Entgelt für die Einrichtung oder Änderung eines Dauerauftrages. Das Abbuchungsverfahren ist eine Art des Lastschriftverfahrens.

Das Einzugsermächtigungsverfahren ist die andere Art des Lastschriftverfahrens, die im privaten Zahlungsverkehr Vorrang hat. Wird beim Einkauf mit Karte ohne PIN-Eingabe sondern nur mit Unterschrift gezahlt, so ist es dem Zahlungsempfänger aufgrund einer erteilten Einzugsermächtigung gestattet, sich den geschuldeten Betrag vom Konto des Kunden abzubuchen. Gleiches gilt bei Mietverhältnissen, wenn der Vermieter auf Abbuchung besteht oder beim Geschäftsverkehr mit Energieversorgern. Einem unrechtmäßigen Geldeinzug kann der Kontoinhaber bis spätestens 6 Wochen nach Rechnungsabschluss problemlos bei seiner Bank widersprechen. Dann wird das Geld zurückgebucht. Eine Einzugsermächtigung kann jederzeit entzogen werden.

Nach und nach kommen neue Lastschrift-Formen auf die Verbraucher zu. Die sogenannte SEPA-Lastschrift ist eine europaweit einheitliche Form des bargeldlosen Zahlens. Eine solche Einzugsermächtigung kann auch einem ausländischen Vertragspartner erteilt werden. Sie kommt nur durch schriftliche Genehmigung zustande und muss bestimmte Angaben, zum Beispiel die Gläubiger-Identifikationsnummer und Vorgangs-Referenznummer enthalten. Die Rückbuchungsfrist beträgt bei dieser neuen Lastschrift acht Wochen ab Buchungsdatum. Bei Geldeinzügen, die ohne Einzugsermächtigung aus Datenmissbrauch entstanden sind, wie zum Beispiel durch Lottovertriebe, besteht gegenüber der Bank ebenfalls ein Anspruch auf Kontokorrektur. Dieser sollte unverzüglich geltend gemacht werden.

E-Payment

E-Payment bedeutet Zahlungsabwicklung (Inkasso) im Internet. Die Vielfalt ist groß. Die Verfahren unterscheiden sich zum Beispiel nach dem Zahlungszeitpunkt oder der möglichen Zahlungshöhe. Bekannte Systeme heißen Click&Buy, GiroPay oder PayPal. Über ein virtuelles Konto können Zahlungen zügig erfolgen, die in der Regel einmal monatlich vom Girokonto abgebucht werden. Internetnutzer wickeln so einfach und rasch kleinere Käufe ab. Beachten sollte man allerdings Sicherheits- und Datenschutzrisiken sowie mögliche verdeckte Kosten in den Verträgen.

Kartenzahlungen

Es gibt Zahlungs-, Kredit- und Geldkarten. Ein Anspruch darauf, mit Karte zahlen zu dürfen, besteht nicht. Manche Händler verlangen für diesen Service einen kleinen Obolus. Zwei verschiedene Systeme kommen bei Zahlungskarten (EC-Karte) in Betracht. Man merkt den Unterschied daran, ob beim Bezahlen die Geheimzahl eingegeben werden muss (unwiderruflich) oder nicht (Lastschrift). Generell sollten diese Karten wie der Augapfel gehütet werden, denn bei Verlust und Missbrauch wird man schnell in die Haftung genommen.

Sollte die Karte doch abhanden kommen, empfiehlt es sich unverzüglich mit seiner Bank in Kontakt zu treten, um die Karte sperren zu lassen. Alternativ kann die zentrale Stelle für Kartensperrungen bemüht werden: Telefon 01805-021021.

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Weiterführende Informationen

© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz