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Die erste Stufe - der außergerichtliche Einigungsversuch

Insolvente Personen können die Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens nur dann beantragen, wenn sie zuvor einen ernsthaften Versuch unternommen haben, sich mit ihren Gläubigern auf einen Schuldenbereinigungsplan außergerichtlich zu verständigen. Dieser ernsthafte Versuch erfordert auch, dass die insolvente Person ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse vollständig offenlegt. Für den außergerichtlichen Schuldenbereinigungsplan, der alle Gläubiger einbeziehen sollte, gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Mit den Gläubigern können alle Modalitäten frei verhandelt und vereinbart werden, so zum Beispiel sachgerechte Regelungen über Stundungen, Ratenzahlungen, Schuldenerlass, Verwertung von Sicherheiten, Schonung bestimmter Vermögenswerte, Wiederaufleben von Forderungen bei Zahlungsverzug oder deren Verzinsung. Stimmen alle Gläubiger dem Schuldenbereinigungsplan zu, ist das Entschuldungsverfahren an dieser Stelle beendet.

Bei einem erfolglos gebliebenen Einigungsversuch stellen anerkannte Verbraucherinsolvenzberatungsstellen oder andere geeignete Personen wie beispielsweise Rechtsanwälte eine Bescheinigung über den gescheiterten Ausgang des außergerichtlichen Einigungsversuches aus. Diese Bescheinigung ist Ausgangspunkt für die Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens und muss vom Schuldner gerichtlich beantragt werden. Das Gericht eröffnet das Insolvenzverfahren, sofern die Kosten des Verfahrens gedeckt sind.

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© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz