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Telefonieren im Ausland

Die Roaming-Technik macht es möglich, Anrufe auch im Ausland zu erhalten, auch wenn man das deutsche Netz seines Anbieters verlassen hat.

Hat man in seinem Mobiltelefon die Funktion »automatische Netzwahl« eingestellt, sucht sich das Handy im nicht-deutschen-Netz automatisch das nächst erreichbare Netz und bucht sich in dieses ein. Damit wird aber nicht immer das tariflich günstigste Netz genutzt. Jedoch sind die Kosten für die Telefonate aus dem Ausland seit 2012 durch eine EU-Verordnung geregelt. Demnach dürfen selbst gewählte Gespräche innerhalb der EU für Besitzer deutscher Handys seit dem 1. Juli 2014 nicht mehr als 19 Cent pro Minute zuzüglich Umsatzsteuer kosten. Für ankommende Gespräche dürfen seit dem 1. Juli 2014 nicht mehr als 5 Cent pro Minute zuzüglich Umsatzsteuer in Rechnung gestellt werden.

Auch bei Kosten für SMS-Roaming-Nachrichten wurde eine Obergrenze festgelegt. Diese beläuft sich seit dem 1. Juli 2014 auf 6 Cent pro abgesandte SMS zuzüglich Umsatzsteuer. Ankommende SMS sind für den Empfänger kostenfrei. So hat es die EU-Kommission in einer Verordnung festgelegt.

Die Kosten für die grenzüberschreitende Datenübertragung im Euroraum sind derzeit auf 20 Cent pro übertragenem MB begrenzt. Auch hier kommt die Umsatzsteuer dazu.

Um bei der Roaming-Nutzung vor übermäßig hohen Kosten geschützt zu sein, muss der Roaming-Kunde kostenlos darauf hingewiesen werden, dass er Roaming nutzt und welche Netzentgelte anfallen. Des Weiteren muss der Roaming-Anbieter dem Kunden eine Funktion zur Verfügung stellen, die bei Überschreitung des Betrages von 50 Euro zuzüglich Umsatzsteuer die Datenroaming-Dienste sperrt. Der Höchstbetrag kann auch in anderer Höhe vereinbart werden. Der Roaming-Kunde soll somit rechtzeitig vor Erreichen des Limits über den bereits erreichten Betrag informiert werden.

Anders verhält es sich beim mobilen Telefonieren auf Kreuzfahrtschiffen. Hier können trotz Roaming-Verordnung hohe Kosten entstehen, da an Bord unter Umständen die Tarife der Schiffsnetzbetreiber gelten. Hier sind pro Minute auch Kosten bis zu 10 Euro möglich. Deshalb sollten sich Verbraucher vorher beim Reiseveranstalter oder der Kreuzfahrtgesellschaft über mögliche Tarife informieren.

Zu beachten ist auch: Kostenobergrenzen für Roaming gelten ausschließlich innerhalb der Europäischen Union. Bei allen Verbindungen in oder aus einem Netz im EU-Ausland liegt kein Roaming und somit auch keine Preisobergrenze vor.

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