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Schnee und Eis auf Schienen und Flughafen

Bei Schnee und Eis müssen Pendler sowie Fernreisende in Zügen und Flugzeugen mit Verspätungen und Ausfällen rechnen. Doch auch dann haben Sie Rechte.

Beeinträchtigung des Flugverkehrs

Fluggesellschaften müssen bei Flugausfällen und Verspätungen zwar entstandene Schäden ersetzen und finanziellen Ausgleich leisten. Da diese Ansprüche ein Verschulden der Luftfahrtunternehmen voraussetzen, kommen sie bei ungewöhnlichen Schneemengen jedoch nicht in Betracht. Auch wenn die Fluggesellschaften für die Verzögerung oder den Ausfall der Flüge nicht verantwortlich sind, gilt dennoch: Verschiebt sich der Start je nach Flugstrecke um mindestens zwei, mehr als drei oder mehr als vier Stunden, müssen die Airlines die Passagiere kostenlos betreuen. Auf Wunsch stehen ihnen Mahlzeiten und Erfrischungen sowie zwei Telefongespräche, Telex, Fax oder E-Mails zu. Verzögert sich der Flug um mindestens fünf Stunden, können die Kunden darauf verzichten und auf die komplette Rückzahlung des Ticketpreises pochen. Startet der Jet erst am nächsten Tag, haben die Fluglinien Hotelübernachtung und Fahrt dorthin anzubieten.

Bahnreisen im Fernverkehr

Fernreisende erhalten eine Erstattung erst ab einer Verspätung von mehr als 60 Minuten. Sie können 25 Prozent des Reisepreises der einfachen Fahrt geltend machen, ab 120 Minuten Verspätung 50 Prozent. Verpasst man aufgrund einer Verspätung seinen Anschlusszug und erreicht sein Ziel mindestens 60 Minuten später als geplant, besteht hier Anspruch auf Erstattung. Möglicherweise wird sich die Bahn auf die Witterungsverhältnisse berufen. Ob und inwieweit sich die Bahn wegen Berufung auf außerhalb des Eisenbahnverkehrs liegender Umstände entlasten kann, muss im Einzelfall unter Berücksichtigung der tatsächlich zum Zeitpunkt der Verspätung vorherrschenden Umstände und des Zeitfaktors geprüft werden. Allein die Berufung auf »plötzlich« extremen Schneefall und Kälte dürfte nicht ausreichen.

Auch bezüglich Streitigkeiten im Bahnverkehr hinsichtlich verspäteter, annullierter Fahrten oder verlorenem oder beschädigtem Gepäck ist die Schlichtungsstelle des öffentlichen Personenverkehrs (söp) in der Fasanenenstraße 81 in 10623 Berlin zuständig. Fahrgäste können in diesen Fällen bei der Schlichtungsstelle ein außergerichtliches Schlichtungsverfahren anstrengen. Voraussetzung dafür ist, dass sich der Fahrgast mit seinen Ansprüchen bereits erfolglos an das Verkehrsunternehmen gewandt hat. Das Schlichtungsverfahren ist kostenlos. Zu tragen sind die Kosten, etwa für Porto und Kopien oder eventuelle Anwaltskosten.